Dienstag, 23. Dezember 2008

Wenn der Mensch beginnt ...

... zu reimen,
dann wird's heimelig in Heimen.
Rund um die Tische wird gesungen,
dass die Gläser hell erklungen.

Aahhh - Sie merken schon, hier beißt sich was. Auweia, die Reime ...
Mit diesem selbst geschnitzten Kunstwerk wollte ich Sie erheitern und Sie gleichzeitig auf einige schöne Anmerkungen zum Reim hinweisen, die Sie im Blog norberto42 finden.

Nachdem Sie das gelesen haben, wünsche ich allseits eine fröhliche Weihnachtszeit und viel Glück und Erfolg im neuen Jahr!

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Buddenbrooks - Roman und Film

Hallo!
In unserer letzten Deutschstunde wurde unter anderem das Buch "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann erwähnt. Da es dazu jetzt einen Kinofilm gibt, wie sicher schon alle wissen, hab ich mir gedacht, interessiert der Inahlt wahrscheinlich nicht nur mich ;)
deswegen stelle ich jetzt mal diese tolle Zusammenfassung aus Wikipedia in den Blog!
Übrigens, Mann erhielt für diesen Roman sogar den Literaturnobelpreis!

Der Roman ist in elf Teile gegliedert, die jeweils eine unterschiedliche Zahl von Kapiteln enthalten.

Erster Teil [Bearbeiten]

Das „Buddenbrook-Haus“ in Lübeck um 1870
An einem Donnerstag im Oktober 1835 haben Buddenbrooks ihre Familienangehörigen, Bekannte und Geschäftsfreunde „auf ein ganz einfaches Mittagsbrot“ in ihr neues Haus gebeten, nach großbürgerlicher Sitte für den späten Nachmittag. Das neue Heim, als Gebäude und Anwesen gleichermaßen weitläufig, war erst kürzlich von der Konkurs gegangenen Familie Ratenkamp für 100.000 Kurantmark erworben worden. Die Errichtung des repräsentativen Hauses, in der Lübecker Mengstraße gelegen, geht auf das Jahr 1682 zurück.
Im Eröffnungsteil werden dem Leser drei Generationen der Familie Buddenbrook vorgestellt: Das energische Familienoberhaupt Johann Buddenbrook d. Ä. und dessen Gattin Antoinette; ihrer beider Sohn Johann Buddenbrook d. J. (genannt Jean) nebst Gattin Elisabeth; dazu die Kinder der beiden, die achtjährige Tony (ihr gibt Thomas Mann die ersten Worte des Romans), der neunjährige Thomas und der siebenjährige Christian. - Auch die Gäste sind Teil des künftigen Romanpersonals.
Johann Buddenbrook d. Ä. ist Inhaber der Getreidegroßhandlung Buddenbrook, die er von seinem Vater, dem Firmengründer, übernommen hat. Sein Sohn Jean ist Associé im Familienunternehmen und steht seinem Vater an Geschäftstüchtigkeit in nichts nach. Schon manches Mal war er ihm "im entschlossenen Ergreifen des Vorteils überlegen gewesen“. Doch im Gegensatz zu seinem unsentimentalen Vater hat er einen Hang zu pietistischer Frömmigkeit. Stets ist er darauf bedacht, „als Mensch von religiösem Empfinden“ wahrgenommen zu werden.
Gegessen wird von Meißner Tellern mit Goldrand und mit schwerem Silberbesteck. Das „ganz einfache Mittagsbrot“ besteht aus Kräutersuppe nebst geröstetem Brot, Fisch, einem kolossalen, ziegelroten, panierten Schinken mit Charlottensauce „und einer solchen Menge von Gemüsen, daß alle aus einer einzigen Schüssel sich hätten sättigen können“. Darauf folgt „Plettenpudding, ein schichtweises Gemisch aus Makronen, Himbeeren, Biskuits und Eiercreme“, zu dem goldgelber, traubensüßer alter Malvesier in kleinen Dessertweingläsern gereicht wird. Abschließend trägt das Folgmädchen [4] noch Butter, Käse und Früchte auf.
In einer kontrastierenden Parallelhandlung wird der nicht anwesende Sohn des Familienoberhauptes, Gotthold Buddenbrook, der vor Jahren verstoßen wurde, um einen Teil seines Erbes gebracht. Senior- und Juniorchef sprechen sich ab, nachdem die Gäste gegangen sind und alle Kerzen bis auf eine gelöscht wurden. Bei ihrem verglimmenden Licht, fast schon im Dunkeln, überredet der pietistisch-fromme Jean seinen Vater, die Forderung Gottholds abzuweisen, – guten Gewissens, da so das Firmenvermögen nicht geschmälert wird.
Gotthold Buddenbrook war wegen einer unstandesgemäßen Heirat verstoßen worden. Er hatte, dem strengen Verbot des Familienoberhauptes zum Trotz, eine „Mamsell Stüwing“ geehelicht und damit nicht in eine Firma, sondern in einen „Laden“ eingeheiratet. In der giebligen, überschaubaren Handelsstadt wurde „haarscharf“ unterschieden zwischen den „ersten und zweiten Kreisen, zwischen Mittelstand und geringem Mittelstand.“

Zweiter Teil [Bearbeiten]
Buddenbrooks führen eine Familienchronik, ein dickes Goldschnittheft, dessen Aufzeichnungen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts zurückreichen. Am 14. April 1838 hält Jean Buddenbrook heiter und in frommer Dankbarkeit die Geburt seiner Tochter Clara fest, seines vierten Kindes. Im Rückblättern stößt er auf die Zeilen, die seine Verheiratung betreffen: „Diese Verbindung war, sollte er ehrlich sein, nicht gerade das gewesen, was man eine Liebesheirat nennt. Sein Vater hatte ihm auf die Schulter geklopft und ihn auf die Tochter des reichen Kröger, die der Firma eine stattliche Mitgift zuführte, aufmerksam gemacht, er war von Herzen einverstanden gewesen und hatte fortan seine Gattin verehrt, als die ihm von Gott vertraute Gefährtin…. Mit der zweiten Heirat seines Vaters [der in jungen Jahren bereits verwitwet war] hatte es sich ja nicht anders verhalten.“
In der Stadt hat die Familie Hagenström Fuß gefasst. Herr Hagenström ist Mitinhaber der Exportfirma Strunck & Hagenström und hat sich – was in den ersten Kreisen der Stadt mit Befremden aufgenommen wurde – in eine reiche jüdische Familie aus Frankfurt eingeheiratet. Hagenströms konkurrieren schon bald mit Buddenbrooks, geschäftlich wie in städtischen Angelegenheiten. Auch die Kinder beider Familien rivalisieren. Als Hagenströms Sohn, der kleine Hermann, auf dem gemeinsamen Schulweg im Tausch gegen sein Frühstück einen Kuss von Tony einfordert, wehrt sie ihn aus Standesdünkel ab. Seine Schwester mischt sich ein und es kommt zu einer Rauferei zwischen den Mädchen. Fortan gehen sich die Kinder aus dem Wege.
1842 stirbt nach kurzer Krankheit die Ehefrau von Johann Buddenbrook d. Ä. Nach ihrem Tod wird Johann Buddenbrook d. Ä. immer apathischer und zieht sich schließlich aus der Firma zurück. Jean Buddenbrook ist jetzt alleiniger Inhaber der traditionsreichen, 1768 gegründeten Getreidehandlung. Im März 1842, wenige Monate nach dem Dahinscheiden seiner Frau, stirbt auch Johann Buddenbrook d. Ä. einen sanften Tod.
Nach Ostern 1842 tritt Thomas Buddenbrook, sechzehnjährig, als Lehrling in die Firma ein; er arbeitet mit Hingabe, den stillen und zähen Fleiß des Vaters nachahmend. Der Firma, „diesem vergötterten Begriff“, sind nach Auszahlung von Erbansprüchen und Vermächtnissen „bedeutende Mittel“ verloren gegangen. In einer nächtlichen Unterredung klärt Jean Buddenbrook seine Frau darüber auf, dass die Familie „nicht so ungemein reich“ ist.
Der Gymnasiast Christian Buddenbrook erregt den Unmut seines Vaters, als ruchbar wird, dass der „vierzehnjährige Knirps“ mit einem Bukett für 1 Mark 8 ½ Schilling, einem ansehnlichen Betrag, in die Garderobe einer Schauspielerin des Stadttheaters marschiert ist, einer Demoiselle Meyer-de la Grange. Die junge Künstlerin ist die Geliebte eines allgemein bekannten Lebemannes, der zugegen ist, als der junge Christian seine drollige Aufwartung macht. Der Vorfall hat sich in der engen Stadt schnell herumgesprochen.
Tony muss, wegen des Austausches von Liebesbriefen mit einem Gymnasiasten, in ein Mädchenpensionat. Geleitet wird es von der buckligen, kleinwüchsigen Therese Weichbrodt. Tony verlebt hier glückliche Jahre.

Dritter Teil [Bearbeiten]
Tony Buddenbrook ist 18 Jahre alt. Der Hamburger Kaufmann Bendix Grünlich hat bei Tonys Eltern um ihre Hand angehalten. Tony ist bestürzt. „Was will dieser Mensch von mir -! Was habe ich ihm getan -?“ und bricht in Tränen aus. Die Mutter redet ihr zu: „Die Verbindung, die sich dir darbietet, ist vollkommen das, was man eine gute Partie nennt, meine liebe Tony. […] du hast Zeit zur Überlegung. […] Aber wir müssen zu Bedenken geben, daß eine solche Gelegenheit, dein Glück zu machen, sich nicht alle Tage bietet, und daß diese Heirat genau das ist, was Pflicht und Bestimmung dir vorschreiben. Ja, mein Kind, das muß ich dir vorhalten.“
Tonys Vater bespricht sich mit der Mutter, nachdem er Grünlichs Geschäftsbücher eingesehen und sich in Hamburg über ihn erkundigt hat: „ Ich kann nicht anders, als diese Heirat, die der Familie und der Firma nur zum Vorteil gereichen würde, dringend erwünschen! […] denn noch eines, Bethsy, und das kann ich nicht oft genug wiederholen: […] Die Geschäfte gehen ruhig, ach, allzu ruhig. […] Wir sind nicht vorwärts gekommen, seit Vater abberufen wurde.“
Grünlich macht Tony hartnäckig den Hof. Tony ist deprimiert, verliert ihre gewohnte Frische und magert ab. Der Vater verordnet einen Erholungsaufenthalt an der Ostsee, in Travemünde, im Haus des ihm gut bekannten Lotsenkommandanten Schwarzkopf. Dort lernt sie dessen Sohn kennen, den Medizinstudenten Morten, der während der Semesterferien nach Hause gekommen ist. Beide verlieben sich ineinander. Tony sagt Morten zu, Grünlich nicht zu erhören und auf Mortens Doktorexamen zu warten. Dann will er bei ihren Eltern um ihre Hand anhalten. In einem Brief schreibt Tony ihrem Vater „Dir, dem besten Vater, kann ich es ja sagen, daß ich anderweitig gebunden bin an jemanden, der mich liebt, und den ich liebe, daß es sich gar nicht sagen läßt.“ Ihren gemeinsamen Lebensplan teilt sie dem Vater ebenfalls mit.
Der Vater schreibt zurück, Grünlich drohe mit Selbstmord, falls er abgewiesen werde, und appelliert an Tonys Christenpflicht. In Hinblick auf die tradierten Heiratsentscheidungen von Familie und Firma Buddenbrook ermahnt er Tony: „Du müßtest nicht meine Tochter sein, nicht die Enkelin Deines in Gott ruhenden Großvaters und überhaupt nicht ein würdiges Glied unserer Familie, wenn Du ernstlich im Sinn hättest, Du allein, mit Trotz und Flattersinn Deine eigenen, unordentlichen Pfade zu gehen.“
Von Tonys Vater informiert, kommt Grünlich nach Travemünde, stellt sich Mortens Vater als „Geschäftsfreund von Konsul Buddenbrook“ vor (diesen Titel führt Jean Buddenbrook), gibt sich den Anschein, mit Tony so gut wie verlobt zu sein und beruft sich auf „ältere Rechte“. Der biedere Lotsenkommandeur, der die Standesgrenzen seiner Zeit respektiert, rüffelt seinen Sohn. Mit dem gegenseitigen Versprechen von Tony und Morten ist es aus [5].
Tony unterwirft sich der Familienräson. Sie selbst trägt eines Morgens stolz ihre Verlobung mit Grünlich in die Familienchronik ein, da sie der Meinung ist, mit der Verlobung der Familie zu dienen. Grünlich erhält von Jean Buddenbrook eine Mitgift von 80.000 Mark. Zu Beginn des Jahres 1846 heiratet Tony Buddenbrook Bendix Grünlich, Kaufmann zu Hamburg.
Thomas bricht nach Amsterdam auf, um seine kaufmännischen Kenntnisse zu erweitern. Zuvor verabschiedet er sich von seiner heimlichen Geliebten, der schönen, aber armen Blumenverkäuferin Anna. Thomas löst die Verbindung ganz. Seine Entscheidung rechtfertigt er gegenüber Anna damit, dass er später einmal die Firma übernehmen werde. In dieser Rolle habe er, was Familiengründung betrifft, „eine Partie“ zu machen.

Vierter Teil [Bearbeiten]
Am 8. Oktober 1846 bringt Tony ihre Tochter Erika zur Welt. Grünlich hat außerhalb Hamburgs eine Villa gekauft. Für gemeinsame Hamburg-Besuche wird eine Mietkutsche bestellt. Er selbst fährt morgens mit „dem kleinen gelben Wagen“ [6] in die Stadt und kommt erst abends zurück.
Jean Buddenbrook verliert durch den Bankrott eines Geschäftspartners in Bremen auf einen Schlag 80.000 Mark. In Lübeck muss er „all die plötzliche Kälte, die Zurückhaltung, das Mißtrauen auskosten“, welche „eine solche Schwächung des Betriebskapitals bei Banken, Freunden, bei Firmen im Ausland hervorzurufen pflegt“. Dazu ist Grünlich zahlungsunfähig geworden. Jean Buddenbrook besucht Tony in Hamburg und klärt sie über die finanzielle Situation ihres Gatten auf. Tony ist aus Pflichtgefühl bereit, Grünlich in die Armut zu folgen. Geschähe dies aus Liebe, so erwägt Jean, müsste er Tochter und Enkelkind vor dieser „Katastrophe“ bewahren und Grünlich „um jeden Preis“ halten. Er entschuldigt sich nun bei Tony, sie damals in die Ehe mit Grünlich gedrängt zu haben, dass er sein Handeln „in dieser Stunde aufrichtig bereue“. Unter Tränen gesteht Tony, Grünlich niemals geliebt zu haben. „Er war mir immer widerlich … weißt du das denn nicht?“ Um der Firma kein weiteres Geld zu entziehen, kommen beide überein, dass Tony Grünlich verlässt und sich wegen Unfähigkeit, Grünlichs für Frau und Kind zu sorgen, von ihm scheiden lässt. „Das Wort „Firma“ hatte eingeschlagen. Höchst wahrscheinlich wirkte es entscheidender als selbst ihre Abneigung gegen Herrn Grünlich.“
In Gegenwart von Grünlichs Bankier, dem mephistophelisch-boshaften Kesselmeyer, sieht Jean Buddenbrook erneut in die Geschäftsbücher seines Schwiegersohnes ein. Von Kesselmeyer erfährt er, dass er bei seinen früheren Erkundigungen über Grünlich ausgerechnet an dessen Gläubiger geraten war. Sie hatten, um ihre ausstehenden Forderungen an Grünlich abzusichern, dessen geschäftliche Situation schön geredet. Dazu waren Grünlichs Geschäftsbücher, über die sich Jean seiner Frau gegenüber so lobend geäußert hatte, gefälscht. Jetzt, von Kesselmeyer höhnisch beglaubigt, sieht er die echten Zahlen.
Die Revolution 1848 nimmt in Lübeck einen äußerst glimpflichen Verlauf, nicht zuletzt durch das beherzte Eingreifen Jean Buddenbrooks, das weiter unten ausführlich geschildert wird. Aber sein Schwiegervater Lebrecht Kröger stirbt vor Aufregung über „die Canaille“ in Jeans Armen.
1850 stirbt auch Jeans Schwiegermutter, und dem Hause Buddenbrook fällt eine immense Erbschaft zu.
Christian Buddenbrook, der studieren und einen akademischen Beruf wählen sollte, hatte diese Laufbahn abgebrochen und war als kaufmännischer Lehrling in eine Londoner Handelsfirma eingetreten. Inzwischen hat ihn seine Unstetigkeit nach Valparaíso in Chile geführt. Die mit Buddenbrooks konkurrierenden Hagenströms kommen weiter voran. Jean Buddenbrook stirbt unerwartet 1855.

Fünfter Teil [Bearbeiten]
1855 ist Thomas mit 29 Jahren Chef der Firma Buddenbrook und Familienoberhaupt. Das Kapital beläuft sich auf 750.000 Mark. Elisabeth, die Witwe Jeans, wird als Universalerbin eingesetzt, was sich später als verhängnisvoll erweisen wird. Der langjährige Prokurist Friedrich Wilhelm Marcus avanciert auf testamentarischen Wunsch des verstorbenen Jean Buddenbrook zum Teilhaber und bringt ein Eigenkapital von 120.000 Mark ein. Fortan ist er gemäß dieser Quote am Gewinn beteiligt. Das Firmenvermögen (ohne Grundbesitz) erhöht sich mit Marcus’ Einlage auf 870.000 Mark. Trotzdem ist Thomas unzufrieden. Johann Buddenbrook hatte in seiner besten Zeit über 900.000 verfügt.
Der junge Chef bringt Frische und Unternehmungsgeist in die Firma, auch wenn er den bedenklichen Herrn Marcus wie „eine Bleikugel“ hinter sich herziehen muss. In geschäftlichen Verhandlungen setzt Thomas geschickt die Wirkung seiner Persönlichkeit ein. Er ist beliebt, auch bei den Bediensteten des Hauswesens in der Mengstraße, den Kapitänen seiner Handelsfirma, den Geschäftsführern in den Speicherkontors, den Fuhrleuten und den Lagerarbeitern.
1856 kehrt nach achtjähriger Abwesenheit Christian auf Wunsch der Mutter aus Übersee zurück, – in großkariertem Anzug und mit Manieren, die den englischen Stil imitieren. Thomas stellt ihn als Prokurist ein, als Nachfolger von Herrn Marcus. Im Kontor erweist sich Christian ziemlich schnell als Bummler. Thomas gegenüber macht er keinen Hehl aus seiner Verachtung der Arbeit. Seine eigentlichen Talente, die nichts mit Fleiß und Stetigkeit zu tun haben, kommen im Herrenclub zur Geltung. Dort ist er mit seiner „amüsanten, gesellschaftlichen Begabung“ beliebt und sorgt mit kleinen improvisierten Auftritten für die Unterhaltung der anwesenden Herrschaften.
Nach Jean Buddenbrooks Tod hält seine Witwe Elisabeth das frömmlerische Treiben im Hause aufrecht und steigert es noch. Sie hält täglich Andachten, eröffnet für kleine Mädchen eine Sonntagsschule in den hinteren Kontorräumen und richtet für ältere Damen den wöchentlichen „Jerusalemsabend“ ein. Pastoren und Missionare gehen ein und aus, darunter auch Pastor Sievert Tiburtius aus Riga. Tiburtius hält um die Hand der neunzehnjährigen Clara an, der jüngsten Tochter der Familie.
Thomas weilt geschäftlich in Amsterdam. In einem Brief teilt er mit, seine künftige Gattin gefunden zu haben (s. Abschnitt Gerda Buddenbrook, geborene Arnoldsen). Nach Ende des Trauerjahres heiraten im Dezember 1856 Clara und Tiburtius, zu Beginn des Jahres 1857 Thomas und Gerda. Mit Gerda Arnoldsen fließen dem Hause Buddenbrook 100.000 Taler (300.000 Mark) Mitgift zu.
Während der zweimonatigen Hochzeitsreise von Thomas und Gerda durch Oberitalien richtet Tony ein von Thomas gekauftes Haus für das junge Ehepaar ein. Nach dessen Rückkehr gesteht Tony ihrem Bruder, dass sie gern wieder verheiratet wäre.

Sechster Teil [Bearbeiten]
Thomas und Gerda Buddenbrook haben ihre erste „Mittagsgesellschaft“ gegeben. Das Dinner zog sich von fünf bis elf Uhr hin. An der Börse sprach man acht Tage lang „in den lobendsten Ausdrücken“ davon. „Wahrhaftig, es hatte sich gezeigt, dass die junge Frau Konsulin [7] zu repräsentieren verstand.“
Tony kehrt gut gelaunt von einem längeren Aufenthalt in München zurück. Dort hat sie Alois Permaneder kennen gelernt, einen Hopfenhändler und Junggesellen. Thomas leidet unter der Geschwätzigkeit von Christian. Vor allem dessen Mitteilungen über ständig wechselnde Krankheitsanzeichen empfindet er als unbeherrscht und formlos. In der Stadt wird Christian Buddenbrook nur „Krischan“ genannt, wenn die Rede auf ihn kommt. Seine Clownerien im Klub sind stadtbekannt. Am meisten stört Thomas, dass Christian seine Liebschaft mit einer Statistin vom Sommertheater nicht verheimlicht, wie die „Solidität“ der giebeligen Stadt es gebietet, sondern „mit der vom Tivoli auf offener, hellichter Straße“ gesehen wird.
Nachdem Christian im Klub geäußert hatte, „eigentlich und bei Lichte besehen sei doch jeder Geschäftsmann ein Gauner“, kommt es zwischen den Brüdern zum Eklat. In einer Unterredung unter vier Augen bringt Thomas seinen Bruder dazu, die Buddenbrooksche Firma zu verlassen. Mit einem Vorschuss auf sein künftiges Erbe wird Christian Teilhaber einer Hamburger Handelsfirma.
Tony hofft auf eine Ehe mit dem Hopfenhändler Permaneder, ihrer Münchener Bekanntschaft, – einem Mann von Vierzig und mit Seehundsschnauzbart. Tonys Kommentar: „Es handelt sich diesmal nicht um eine glänzende Partie, sondern nur darum, daß die Scharte von damals durch eine zweite Ehe so ungefähr wieder ausgewetzt wird“.
Die Ehe kommt zustande und Tony zieht nach München. Zu ihrer Enttäuschung setzt sich Herr Permaneder mit den Zinsen aus Tonys Mitgift von 17.000 Talern (51.000 Mark) zur Ruhe. Eine gemeinsame Tochter stirbt kurz nach der Geburt. Eines Nachts überrascht Tony ihren Gatten, als er betrunken der sich lebhaft wehrenden Köchin seinen Seehundsschnauzbart ins Gesicht zu drücken versucht. Tony kanzelt ihn ab und lässt ihn stehen. Herr Permaneder ruft ihr ein Wort nach, so unaussprechlich, dass sie es nicht über die Lippen bringen kann.
„Das Wort“ – Tony weigert sich hartnäckig, es preiszugeben – nimmt sie zum Anlass, sich von dem „Mann ohne Ehrgeiz, ohne Streben, ohne Ziele“ scheiden zu lassen. Der „Skandal“ einer zweiten Scheidung tangiert sie nicht. Thomas kann sie nicht umstimmen. Herr Permaneder willigt in die Scheidung ein und gibt Tonys Mitgift zurück.

Siebter Teil [Bearbeiten]
1861 wird Hanno, Thomas’ und Gerdas Sohn, geboren. Er erhält die Namen „Justus, Johann, Kaspar“. Die Taufe findet im Haus von Thomas Buddenbrook statt. Einer der beiden Taufpaten ist der regierende Bürgermeister. Eingefädelt wurde die Patenschaft von Konsul Thomas Buddenbrook und Mme. Tony Permaneder. „Es ist ein Ereignis, ein Sieg!“ - Als letzter Gratulant erscheint der Speicherarbeiter Grobleben, der im Nebenverdienst die Stiefel von Thomas’ Familie putzt. Seine improvisierten Worte geraten dem unbeholfenen Mann wider Willen zu einer Art Grabrede. Thomas Buddenbrook springt ein und verhilft Grobleben zu einem glimpflichen Abgang.
Christian Buddenbrook ist jetzt 33 Jahre alt, dazu deutlich vorgealtert. Seine hypochondrischen Klagen muten wahnhaft an. In Hamburg hatte er die Firma, in die er als Teilhaber eingetreten war, nach dem Tod seines Partners gegen den Rat seines Bruders als alleiniger Inhaber weiter geführt. Jetzt steht er vor dem Bankrott. Bethsy Buddenbrook, seine Mutter, zahlt ihm einen weiteren Vorschuss auf sein Erbe von 5.000 Talern (15.000 Mark) aus. Christian kann seine Schulden begleichen und einen Bankrott vermeiden. Er will nun nach London gehen und dort eine Stelle annehmen. Mit Aline, der Statistin vom Tivoli, hat er inzwischen eine uneheliche Tochter.
Thomas Buddenbrook wird zum Senator in seiner Vaterstadt gewählt. Nur knapp kann er seinen Konkurrenten Hermann Hagenström ausstechen, jenen Hermann Hagenström, dem in gemeinsamen Kindertagen Tony einen Kuss verweigert hatte. Hagenströms gehören mittlerweile zu den „fünf oder sechs herrschenden Familien“ der Stadt.
1863 floriert die Firma wie zu Zeiten von Johann Buddenbrook d. Ä. Doch Thomas spürt „ein Nachlassen seiner Spannkraft, eine raschere Abnützbarkeit.“ In dem Wunsch nach „einer radikalen Änderung“, „nach Ausscheidung alles Alten und Überflüssigen“ lässt sich Thomas ein neues, prächtiges Haus bauen. 1864 wird es bezogen.
Christian telegrafiert aus London, Aline Puvogel heiraten zu wollen, was von seiner Mutter „aufs strengste zurückgewiesen“ wird.
Die Entwicklung des kleinen Hanno, des künftigen Chefs der Firma Buddenbrook, verzögert sich. Erst spät lernt er Laufen und Sprechen.
Ein ungünstiger Geschäftsabschluss und ein Rededuell in städtischen Angelegenheiten, bei dem er Hermann Hagenström unterliegt, lassen Thomas Buddenbrook ahnen, dass er Glück und Erfolg nicht auf Dauer festhalten kann. Resigniert zitiert er ein türkisches Sprichwort: „Wenn das Haus fertig ist, kommt der Tod.“
Clara Buddenbrook, verheiratete Tiburtius, ist gestorben. In ihren letzten Stunden hatte sie ihre Mutter schriftlich und mit unsicherer Hand gebeten, ihr künftiges Erbe schon jetzt ihrem Mann auszuzahlen, dem Pfarrer Tiburtius. Die frömmlerische Mutter übergeht das Familienoberhaupt Thomas und kommt der Aufforderung nach, hinter der ganz offensichtlich Tiburtius steckt. Thomas ist bestürzt, als er erfährt, dass seine Mutter diesem „Wicht“ und „Erbschleicher“ 127.500 Kurantmark ausgezahlt hat. Immerhin hatte Tiburtius 80.000 Mark Mitgift erhalten. Die Mutter rechtfertigt sich, Christian und Tony hätten ebenfalls zugestimmt. Im Falle Christians, der mit Gelenkrheumatismus in einem Hamburger Krankenhaus liegt, glaubt Thomas seiner Mutter und nennt Christian einen „maroden Narren“. Dass Tony zugestimmt haben soll, nimmt er ihr nicht ab. „Tony ist ein Kind“ und hätte es ihm ausgeplaudert.
Gegen Ende des Streites mit seiner Mutter gesteht Thomas: „Die Geschäfte gehen schlecht, sie gehen zu Verzweifeln, genau seit der Zeit, dass ich mehr als Hunderttausend auf mein Haus gewandt habe.“ 1866, im Jahr des Preußisch-österreichischen Krieges, verlieren Buddenbrooks durch den Konkurs einer Frankfurter Firma 20.000 Taler (60.000 Mark).

Achter Teil [Bearbeiten]
Tonys Tochter Erika, nunmehr 20 Jahre alt, heiratet 1867 den Direktor der Filiale einer Feuerversicherung, den knapp vierzigjährigen Hugo Weinschenk, einen selbstbewussten, ungebildeten und gesellschaftlich plumpen Mann, der es auf ein Jahreseinkommen von 12.000 Kurantmark gebracht hat. Tony darf in die Wohnung des jungen Paares mit einziehen, um ihrer im Haushalt noch unerfahrenen Tochter zur Hand gehen zu können. Die Verheiratung ihrer Tochter macht sie überglücklich. „Und es begann Tony Buddenbrooks dritte Ehe.“
Christian ist wieder in der Stadt. Merkwürdigerweise kommen Gerda Buddenbrook, die Geigenvirtuosin, und der an Theater und Tingeltangel interessierte Christian gut miteinander aus. [8] Hanno zieht es ebenfalls zum Theater. Zu Weihnachten wünscht er sich ein Puppentheater, das ihm auch geschenkt wird. [9]
Thomas Buddenbrook fühlt sich mit zweiundvierzig Jahren als „ein ermatteter Mann“. Doch seine Fassade kann er mit viel Disziplin aufrecht halten. „Die Eleganz seines Äußeren blieb dieselbe“.
Auf Anraten und Vermittlung von Tony geht Thomas – entgegen den Prinzipien der Kaufleute Buddenbrook – ein Spekulationsgeschäft ein. Im Frühjahr 1868 kauft er im Voraus eine noch im Wachsen begriffene Getreide-Ernte zum halben Preis von einem Landadligen, der in Geldnot geraten ist. Einige Monate später, am 7. Juli 1868, wird die hundertste Wiederkehr des Gründungstages (1768) der Firma Buddenbrook festlich begangen. Während der Feier erreicht Thomas Buddenbrook ein Telegramm mit der Nachricht, dass ein Hagelgewitter die Ernte vernichtet hat.
An den Montagnachmittagen kommt Domorganist Pfühl ins Haus und gibt dem kleinen Hanno Musik- und Klavierunterricht. Im Gegensatz zur Schule, in der es ihm schwer fällt, sich zu konzentrieren, zeigt Hanno hier eine mühelose Auffassung, „denn man bestätigte ihm nur, was er eigentlich von jeher schon gewußt hatte.“ An seinem achten Geburtstag spielt Hanno der versammelten Familie eine eigene Komposition vor, von seiner Mutter auf der Violine begleitet. Die Finessen seines Spiels und das Modulieren der Tonarten lassen erkennen, dass Hanno musikalisch hochbegabt ist, dass in ihm ein Künstler steckt.
Hanno, eines Tages allein im Wohnzimmer, blättert in der Familienchronik und liest „das ganze genealogische Gewimmel“. Einer unbestimmten Intuition folgend zieht er mit dem Lineal unter seinen Namen einen doppelten Schlussstrich. Seinem Vater, der ihn zur Rede stellt, antwortet er: „Ich glaubte … ich glaubte … es käme nichts mehr!“
Weinschenk, der Mann von Tonys Tochter, hat mit betrügerischen Rückversicherungen mehrfach andere Versicherungsgesellschaften geschädigt. Er wird zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Neunter Teil [Bearbeiten]
Im Herbst 1871 stirbt nach langem Krankenlager und zähem Todeskampf Elisabeth („Bethsy“) Buddenbrook, die ehemalige Weltdame, die ihre letzten Jahre mit Frömmigkeit und Wohltätigkeit ausgefüllt hatte. Die weiblichen Hausangestellten tragen sogleich Wäschekörbe voll Kleider und Leinenzeug aus dem Haus, Dinge, die ihnen die Tote angeblich versprochen hatte. Danach teilen die Familienmitglieder den Hausrat der Verstorbenen unter sich auf. Zur Verwunderung seiner Geschwister möchte der Junggeselle Christian einen großen Teil der Wäsche und des Geschirrs. „Ich wünsche kein Geld, ich wünsche Wäsche und Geschirr.“ Er will die Mutter seiner Tochter, Aline Puvogel, die Statistin vom Tivoli, heiraten.
Seine Mutter hatte ihm dies, solange sie noch lebte, verwehrt. Jetzt verwehrt es ihm Thomas, das Familienoberhaupt, – blass und vor Zorn zitternd. Christian sei nicht mehr sein eigener Herr. Der Tag der Testamentseröffnung werde ihm zeigen, dass er nicht das Erbe seiner Mutter verlottern könne. Thomas zu Christian: „Ich werde den Rest deines Vermögens verwalten, und du wirst nie mehr als ein Monatsgeld in die Hände bekommen.“
Christian will überdies die beiden Kinder, die Aline Puvogel vor der gemeinsamen Tochter geboren hatte, adoptieren und sein eigenes Kind legitimieren. Thomas Buddenbrook: „So daß also dein Vermögen nach deinem Tode an jene Leute überginge?“ [10] „Ja“, antwortete Christian, „das gehört sich doch so.“
Thomas verbietet ihm auch das. „Du wirst es nicht tun“, wiederholte Thomas Buddenbrook, beinahe sinnlos vor Zorn […] „Ich lasse dich für kindisch erklären, ich lasse dich einsperren, ich mache dich zunichte.“
Das Haus in der Mengstraße wird zu Beginn des Jahres 1872 für 87.000 Mark verkauft, zu Tonys Beschämung ausgerechnet an Hermann Hagenström. Christian mietet für sich und die Seinen eine bescheidene Dreizimmerwohnung, „eine Garconwohnung“ [11] in der Nähe des Klubs. Tony [Antonie] zieht mit Tochter Erika und Enkelin Elisabeth in ein helles und „nicht ohne Anspruch auf Vornehmheit eingerichtetes Stockwerk am Lindenplatze. Es war eine hübsche kleine Wohnung und an der Eingangstür stand auf einem blanken Kupferschild in zierlicher Schrift zu lesen: A. Permaneder-Buddenbrook, Witwe.“ [12]

Zehnter Teil [Bearbeiten]
Der 46jährige Thomas Buddenbrook fühlt sich „unaussprechlich müde und verdrossen“. Ausgehöhlt spielt er in seiner eleganten Garderobe und mit seinem verbindlichen Auftreten wie ein Schauspieler sich selbst. An der Börse, so wird hinter seinem Rücken gespottet, wirkt er „nur noch dekorativ“. Rechnet er den Grundbesitz mit ein, so beträgt sein Vermögen 600.000 Mark.
Von Hanno, der inzwischen 11 Jahre alt geworden ist, erhofft er sich einen „tüchtigen und wetterfesten“ Nachfolger. Er lässt ihn turnen, Schlittschuh laufen und schwimmen. Im Hafen zeigt er ihm die Löscharbeiten auf den firmeneigenen Schiffen. Auch zu gesellschaftlichen Visiten in Häusern, denen er geschäftlich verpflichtet ist, nimmt er Hanno mit. Doch Hanno durchschaut die gesellschaftliche Versiertheit des Vaters und erkennt, welche Anstrengung seinen Vater diese Selbstdarstellung kostet.
1873 wird Hugo Weinschenk, Tonys Schwiegersohn, vorzeitig aus der Haft entlassen. Da er in der Stadt gesellschaftlich nicht mehr tragbar ist, erwarten Tony und ihre Tochter insgeheim die Trennung. Nach einigen Tagen reist Weinschenk nach London, seine Gattin Erika und ihre gemeinsame Tochter will er erst zu sich nehmen, wenn er ihnen wieder ein angemessenes Leben bieten kann. Ab da verliert sich seine Spur. Tony gibt einige Male eine Suchannonce auf, um eine Scheidungsklage ihrer Tochter wegen böswilligen Verlassens zu ermöglichen.
Gerda Buddenbrook, so vermutet man in der Stadt, und das befürchtet auch ihr Gatte, hat ein Verhältnis mit dem Leutnant René Maria von Throta. Er verkehrt bei Buddenbrooks und musiziert mit Gerda im Salon, abgeschlossen von den übrigen Bewohnern und Hausangestellten. Qualvoll werden für Thomas Buddenbrook die Pausen, in denen die Musik „so lange, lange“ schweigt. Doch Gerda mit ihrer „nervösen Kälte, in der sie lebte und die sie ausströmte“ zur Rede zu stellen, wagt er nicht.
Als sich Hanno und sein Vater vor der Tür des Salons begegnen, in dem Gerda und der Leutnant sich seit zwei Stunden aufhalten und die Musik seit längerer Zeit schweigt, ist für wenige Sekunden die sonstige Fremdheit zwischen ihnen aufgehoben. Der sensible Hanno begreift den geheimen Kummer seines Vaters.
Thomas Buddenbrook hat das 48. Lebensjahr hinter sich. Sein schlechtes körperliches Befinden und seine gedrückte Stimmung lassen Todesahnung aufkommen. „Halb gesucht, halb zufällig“ gerät Schopenhauers Hauptwerk in seine Hände, Die Welt als Wille und Vorstellung. Das Kapitel „Über den Tod und sein Verhältnis zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich“ enthüllt ihm „eine ewige Fernsicht von Licht.“ [13] Der Tod erscheint ihm jetzt als „die Rückkunft von einem unsäglich peinlichen Irrgang“. – Thomas Buddenbrook setzt sein Testament auf.
Im September 1874 fährt Thomas auf ärztlichen Rat für einige Wochen zur Erholung an die Ostsee. Christan schließt sich ihm aus freien Stücken an. Es kommt zu einer stillschweigenden Aussöhnung der Brüder. – Die Monotonie des Meeres, der mystische und lähmende Fatalismus, mit dem sich die Wogen heranwälzen, lösen bei Thomas ein tiefes Bedürfnis nach Ruhe aus.
Vier Monate später stirbt Thomas Buddenbrook nach kurzem Krankenlager an den Folgen eines Schlaganfalles. Vorangegangen war eine missglückte Zahnextraktion ohne Betäubung. Anna, seine Jugendliebe, wird auf ihren Wunsch in den Salon eingelassen, in dem er aufgebahrt liegt. In vierspännigem Leichenwagen, gefolgt von einer langen Reihe Kutschen und Wagen, wird Senator Buddenbrook in feierlichem Pomp zum Friedhof gefahren und im Familiengrab beigesetzt.

Elfter Teil [Bearbeiten]
Hanno ist von seinem Vater nicht als Firmenerbe bestimmt worden. Firma und Grundbesitz sollen binnen eines Jahres von Kistenmaker, dem Testamentsvollstrecker und ehemaligen Schulkameraden von Thomas, verkauft werden. Auf dem Papier hatte Thomas ein Vermögen von 650.000 Mark als Vermächtnis angegeben. Nach einem Jahr stellt sich heraus, „daß mit dieser Summe nicht im entferntesten zu rechnen war“. Kistenmaker hat mit der Auflösung des Nachlasses keine glückliche Hand.
Christian hat Aline Puvogel geheiratet, nachdem durch den Tod seines Bruders dessen Veto weggefallen war. Sein mütterliches Erbe wird vom Testamentsvollstrecker Kistenmaker verwaltet. Tony schreibt Aline Puvogel „mit sorgfältig vergifteten Worten“, dass sie weder sie noch ihre Kinder jemals als Verwandte anerkennen werde.
Aline Puvogel lässt Christian gegen seinen Willen wegen Wahnideen und Zwangsvorstellungen in einer psychiatrischen Anstalt internieren. „Unbeschadet der praktischen und ideellen Vorteile, die sie der Heirat verdankte“, konnte sie so ihr bisheriges unabhängiges Leben fortsetzen.
Gerda Buddenbrook gibt das große Haus, das Thomas hatte bauen lassen, auf. Es wird vom Testamentsvollstrecker Kistenmaker mit Verlust verkauft. Stattdessen erwirbt sie im Herbst 1876 eine „angenehme [kleine] Villa“ vor dem Burgtore, an einer alten Kastanienallee gelegen.
Hanno ist mittlerweile ein sechzehnjähriger Gymnasiast und noch nicht im pubertären Stimmbruch. Zur Schule geht er mit der goldenen Uhrkette seines Urgroßvaters und dem alten Erbsiegelring mit grünem Stein. [14]
Das zweite Kapitel des elften Teils ist eine in sich geschlossene Binnenerzählung und beschreibt „ein[en] Tag aus dem Leben des kleinen Johann“. Sein mangelndes schulisches Engagement und ein unglücklicher Zufall, der ihm als schulisches Versagen ausgelegt wird, führen zu der endgültigen Entscheidung, dass der schlechte Schüler Hanno nicht in die nächste Klasse versetzt wird. Seinem einzigen Freund Kai gesteht Hanno, sein Vormund und der Pfarrer haben ihn bereits aufgegeben. Deprimiert sieht er für sich keine Zukunft mehr, auch nicht als Künstler.
Im Frühjahr 1877 stirbt Hanno an Typhus. [15] In seiner fiebrigen Benommenheit verschließt sich Hanno der „Stimme des Lebens“. Sein fehlender Lebenswille lässt ihn flüchten „auf dem Weg, der sich ihm zum Entrinnen eröffnet hat.“
Im Herbst des gleichen Jahres kehrt Gerda Buddenbrook nach Amsterdam zu ihrem Vater zurück.

Hört sich doch interessant an! Also ich glaube, ich werde den Kinofilm ansehen ;)
Gruß Christina