Dienstag, 29. Juni 2010

Liebe als Mittel zum Erfolg

Vor 40 Jahren strömte die Liebe von einer kleinen Hafenstadt in die Welt hinaus. "All you need is love" verkündeten vier, für damalige Zeiten gutaussehende, junge Männer mit Pilzkopffrisuren. Da es sich dabei um die Beatles handelte, klang dieser Satz wie ein Dogma. Doch die bekanntesten Pop-Stars des 21. Jahrhunderts sind nicht mehr Musiker, sondern Fußballer. Sie stammen zwar großteils auch aus englischsprachigen Ländern und geben hin und wieder ein kleines Konzert vor tausenden Menschen, haben aber von der Liebe keinen blassen Schimmer, sieht man einmal von den nächtlichen Ausflügen des FC-Bayern Stars Franck Ribéry ab oder vernachlässigt man die leidenschaftlichen SMS, die Englands Abwehrspieler John Terry mal der Freundin seines Teamkollegen, mal einem 17-jährigen Groupie schickt.

Und trotzdem gerät diese Fußball-Weltmeisterschaft zu einem Plädoyer für die Liebe, wie es die Hippies in Woodstock nicht besser hätten inszenieren können. Schon bei den Trikots, deren Stoff und Schnitt die durchtrainierten Körper der ständig flirtbereiten Nationalspieler, bestens zur Schau stellen, hätte man hellhörig werden können. Wo man es aber nicht übersehen kann ist bei den Argentiniern. Sie tänzeln in sanftem Marineblau und unschuldigem Weiß wie Liebesbotschafter über den Platz und streicheln dabei nicht nur den Ball. Jedes Tor endet in einer Art "Gruppenkuscheln" und Lionel, Messi und Co. streichen sich durch ihre langen Mähnen. Währenddessen versucht der kleine korpulente Trainer Diego Maradona, dessen Zeiten, ein enges Trikot zu tragen, leider schon lange vorbei sind, jeden Spieler mit einer festen Umarmung oder gar einem kleinen Küsschen zu beglücken. In einem Interview verrät Dauerknutscher Maradona, Vater einer bildhübschen Tochter, die für Terry vermutlich schon zu alt ist, diesen Weg weiter zu gehen und mit seinem neuem Co-Trainer, der Liebe; die Meisterschaft nach Argentinien zu holen.

Deswegen ein Tipp für die Herren Nationalspieler aus Deutschland:
Es wird Zeit, dass Bundestrainer Joachim Löw zum Lachen aus dem Keller kommt und Teammanager Oliver Bierhoff seine Liebe nicht mehr ausschließlich für seine Haarwäsche vergeudet, denn mit etwas mehr Liebe kommen auch die Tore von ganz allein. Nur so können wir die Argentinier am kommenden Samstag besiegen: Wir schlagen sie mit ihren eigenen Waffen!

2 Kommentare:

Zauber Azubi hat gesagt…

Juli, wirklich gut. In der Einleitung die Eatles zu erwähnen ist echt gut und der Übergang zum Fußball passt auch super. Deine ironischen Kommentare zu den Bayern Stars und auch zu gewissen anderen Fußball Größen sind sehr gut gewählt und rücken diese ach so tollen Fußballer in dein völlig anderes Licht. Die abfälligen Bewertungen der Argentinier gefallen mir besonders gut. Gerade die Bemerkungen über Maradona, der ja wirklich etwas eingebildet erscheint, sind sehr witzig.
Im Großen und Ganzen hast du eine sehr schöne Glosse geschrieben, in der du die Ironie richtig eingesetzt hast.

Miss McGonagall hat gesagt…

Liebe Julia,
deine Glosse nimmt einen eigentlich unerwarteten aber gut gestalteten Verlauf.
Weder anhand der Überschrift noch anhand der einleitenden Zeilen erahnt der Leser, worum es sich hier essenziell dreht.
Dennoch gelingt dir die Überleitung von den Beatles zu den heutigen Fußballnationalspielern, besonders durch die immer wiederkehrenden Anspielungen auf die Liebe, wirklich gut. Besonders die Passafe mit Franck Ribéry brachte mich zum schmunzeln.
Auch zum Ende hin hast du noch interessante Fakten aus der Fußballwelt mit angemessener Ironie in deinen Text verpackt.
Zusammenfasssend ist deine Glosse vor allem durch die passende Verwendung von aktuellen Ereignissen ohne Zweifel sehr unterhaltsam geworden.