Dienstag, 22. Februar 2011

Neue Medien: Film und Radio

Neue Medien – Film und Radio

Ablauf der Entwicklung von Medien:

- Mittelalter

o Ausschließlich mündliche Überlieferung sämtlicher Informationen und Geschichten

o Problem: Veränderungen der Texte beeinflussten ihren Wahrheitsgehalt, Analphabetismus

- Neuzeit

o Wandel von hörendem Publikum zu lesendem Publikum

o Rückzug aus der Gemeinschaft -> alleinige Auseinandersetzung mit Literatur bevorzugt

- Moderne

o Erneuter Kulturwandel:

o RADIO:

o 1920: erstmalige Nutzung des Radios ermöglicht

o Gewisse Zurückversetzung in antike Verhältnisse -> Leser wird zunehmend wieder zum Zuhörer, ohne besondere Kulturtechniken (Lesen) beherrschen zu müssen

o Menschen bekommen ein umfangreiches Paket geliefert (Unterhaltung, Information, Meinung und Wertung)

o Radio erfreut sich großer Beliebtheit -> rasche Verbreitung

o Problem: Nutzung zur politischen Manipulation großer Bevölkerungsschichten -> nach 1945: rechtliche Maßnahmen gegen Missbrauch

o FILM:

o 1895: Erste Filme in Berlin und Paris

o Filmdramaturgie übersteigt Theaterdramaturgie (mehr Möglichkeiten)

o Freiheiten des Films, wie „Schnitt“ oder „Kontrast“ wurden intensiv genutzt -> neue Wirklichkeiten konnten konstruiert werden

o Aufgabe des neuen Mediums: künstlerische Aussagen zeigen

o Durch neue Formen der Schauspielkunst wurden Schauspieler zu Idolen

o Entstehung neuer literarischer Formen (z.B. Dokumentation, Drehbuch, Kulturfilm)

o Entwicklung von „Individuenkultur“ zur „Massenkultur“

o Problem: Nutzung auch dieses Mediums zur Massenpropaganda -> Zweiter Weltkrieg (Beispiele: Goebbels Rede im Berliner Sportpalast, Propagandafilme zur deutschen Hitlerjugend)

o Entwicklung von speziellen Filmen für bestimmte Gruppe, vor allem in Frankreich

„Erfahrungsbericht“ von Robert Walser: Radio (Buch S. 140 f.)

Inhaltszusammenfassung und Analyse

Der Ich-Erzähler ist verwundert über die Vielfalt an Informationen, welche über das Radio preisgegeben werden (Sportergebnisse, Gedichtvorträge, Z. 9 und 12). Zudem fasziniert ihn das unpersönliche Verhältnis zwischen Sprecher und Zuhörer. Der Erzähler kritisiert einerseits den Verlust von zwischenmenschlichem Kontakt in Form von direkten Gesprächen, ist aber andererseits angetan von der Möglichkeit, große Distanzen zu überwinden („wie in England Cello gespielt wurde“ , Z. 20 f.).

Schnell schwenkt der Erzähler ab zum veralteten Schriftmedium und spricht über eine dort angebotene Arbeitsstelle. Dabei wird indirekt darauf verwiesen, dass es von großer Wichtigkeit ist, eine breite Allgemeinbildung zu besitzen, die man mithilfe solcher veralteten Medien erlangen kann. „Allgemeine Bildung, heißt es in der Annonce, sei die Hauptbedingung.“ (Z. 49 f.)

(JI/JS)